Koi-Tipp Nr. 8 by MICA Koi

Koi-Tipp Nr. 8

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Immer schön mit der Ruhe!

Wie bei so vielem in Leben, gilt auch für alle Tätigkeiten rund um das schöne Koihobby: Bloß keine Hektik und erst recht kein Aktionismus. Koi sind als Karpfen recht anpassungsfähige Fische, die eine große Bandbreite an pH- und Sauerstoffwerten tolerieren. Das ist eine gute Nachricht, die bedeutet, dass die Koifreunde in allen Regionen Deutschlands diese wunderschönen Fische halten können und das in verschiedenen Formen von Teichen und Gewässern. Andererseits sind Koi-Karpfen aber auch hoch sensible, gefühlvolle und recht empfindsame Wesen, die schnell unter Stress geraten.  Wussten Sie, dass Koi einen Herzinfarkt bekommen können? Stress wirkt zudem direkt schädigend auf das Immunsystem und ist einer der Hauptursachen für Erkrankungen und schlechte Entwicklung oder gar den plötzlichen Tod. Ruhe bewahren also:

– beim Umgang mit den Koi!
Abkeschern, umsetzen, zur Begutachtung herausfangen ist unter bestimmten Umständen notwendig. Veranstalten Sie aber keine wilde Hetzjagd, vor allem nicht bei niedrigen Temperaturen, wenn das Immunsystem der Tiere ohnehin stark heruntergefahren ist. Gehen Sie ruhig und sanft mit Ihren Fischen um. Gerade beim Herausfangen aus großen und tiefen Teichen benötigen Sie viel Geduld, die richtige Technik (auch diese erlernen Sie mit der Zeit, nur die Ruhe!) und am Besten einen freundlichen und ebenfalls geduldigen Mithelfer.

– bei Veränderungen am Teich wie Sauerstoff, Wasserchemie, Temperatur
Sehr große Wasserwechsel, die die Wasserchemie stark verändern, sind massiver Stress. Ein Wechsel sollte Ihren Koi zuliebe immer langsam erfolgen. Auch die Temperatur ist ein Thema – kaltes Leitungs- oder Brunnenwasser sollte, besonders bei höheren Außentemperaturen im Sommer, nur sehr langsam oder nur in kleinen Mengen in den Teich gegeben werden. Auch beim Sauerstoffgehalt ist Umsicht geboten – bestimmte Medikamente, beispielsweise zur Parasitenbehandlung, verbrauchen beim Hineingeben in ein Teichsystem sofort sehr viel Sauerstoff und senken so den Sauerstoffgehalt des Teichwassers rapide, wenn Sie nicht gleichzeitig extra belüften. Ein Koi kann einen Sauerstoffwert von z.B. 5 mg/l problemlos tolerieren, wurde er aber bis dahin bei 10 mg/l gehalten und schwimmt nun plötzlich in 5 mg/l, so kann dies seinen Tod bedeuten.

– bei Problemen
Wenn Ihre Koi plötzlich auffällig träge werden, nicht mehr fressen mögen, die Flossen klemmen oder Hautveränderungen etc. zeigen, sollten Sie unverzüglich handeln. Aber auch hier gilt: Hektik und Aktionismus sind fehl am Platz. Atmen Sie tief durch – Problem erkannt ist schon die halbe Lösung – und wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihren MICA-KOI Händler. Schildern Sie ihm die Lage, oder lassen Sie bei Ihnen vor Ort das Problem fachmännisch begutachten und mikroskopische Abstriche machen, um die Ursache exakt zu klären, und entsprechend das richtige Heilmittel anzuwenden. Bitte auf keinen Fall hektisch und auf gut Glück irgendwelche („Breitband“)-Chemikalien in den Teich schütten! Auch Salz ist nicht immer eine gute Idee, weil es Wechselwirkungen mit anderen (Heil-)Substanzen haben kann, was Ihre Fische schädigen oder sogar töten könnte – ggf.  können Sie so Ihre kranken Koi nicht mit dem nötigen Wirkstoff behandeln, weil Sie leider „vorbeugend“ Ihren Teich aufgesalzen haben. Denn auch beim aufgesalzenen Teich gilt unbedingt: Allmählich (über 14 Tage) den Salzgehalt wieder senken, sonst können Sie die Koi schädigen.