Koi Krankheiten by MICA Koi

Koi Krankheiten

Ratgeber Koi-Krankheiten erkennen und behandeln

 

Vorab möchte ich schon mal sagen das nicht hinter jedem „kränkeln“ gleich ein Parasitenbefall oder eine Virusinfektion stecken muss, wie bei uns Menschen spielen auch Umweltfaktoren und Stress eine große Rolle. Es könnte natürlich auch an der Wasserbeschaffenheit oder den Wasserinhaltsstoffen liegen, wenn es Ihren Koi’s nicht gut geht. Schnell wird man nachlässig im Testen der Wasserqualität und die Toxischen Stoffe steigen rasant an, was zu einem Zusammenbruch des Immunsystems führen kann, bis hin zu schweren Vergiftungen (z.B. Durch zu hohen Ammonium-Gehalt). Ihr seht schon das ist eine ziemlich komplexe Angelegenheit und erfordert Grundwissen und Genauigkeit im Umgang mit eurem Teichsystem und den darin lebenden Koi’s.

Beginnen möchte ich jetzt gern mit dem Thema Futter, das nicht unwesentlich eine wichtige Rolle in der Koi Haltung spielt und bei einseitiger und unzureichender Ernährung zu Mangelerscheinungen bei Ihren Lieblingen führt. Auch wenn es einige hier nicht gern hören wollen, so sollte man nicht am Futter sparen, genau so wenig sollte man möglichst große Futtersäcke kaufen, schnell verlieren diese an Qualität, Vitamine und Spurenelemente beginnen sich an der Luft und im Licht zu zersetzen, Öle werden ranzig und schlimmstenfalls bildet sich Schimmel. Wir empfehlen daher eine Futterabpackung die in der Größenzuordnung zu ihrem Teichbesatz passt und optimal auf die Jahreszeiten und die Größe ihrer Koi abgestimmt ist um Mangelernährung vorzubeugen.

 

Häufig werden Koi von Bakteriellen Infektionen befallen, begünstigt wird dies durch schlechte Wasserverhältnisse, Stress oder einen Parasitenbefall. Unterscheiden lassen sich diese Bakterieninfektionen zum größten Teil nicht durchs bloße Auge, eine genaue Diagnose ist meist nur Mikroskopisch möglich.

 Bakterielle Infektionen

Symptome und Behandlung Bakterielle Kiemenfäule:     

  • Apathisches verhalten
  • Geschwollene Kiemen
  • Futterverweigerung

Kiemenpulver oder ein Chloramin T Bad kann Abhilfe schaffen!

 

Symptome und Behandlung Bakterielle Flossenfäule:

  • Ausgelöst durch Aeromonas, Flexibacter und anderen Bakterien
  • Angegriffen sind als erstes die Schwanzflosse, dann auch alle anderen Flossen (blutig, zerfasert bis hin zum gänzlichen abfaulen)

Abhilfe kann bei raschem erkennen der Krankheit ein Langzeitbad in Kochsalzlösung oder eine Behandlung mit Malachitgrün bringen!

 

Bei den nachfolgenden Krankheiten sollte immer ein Tierarzt zu rat gezogen werden!

Die infektiöse Bauchwassersucht entsteht durch verdorbenes Futter oder das damit bakteriell belastete Wasser, das über den Darmtrakt aufgenommen wird. Erkennungsmerkmale sind abgespreizte schuppen (Tannenzapfen), Glotzaugen, ein aufgequollener Bauch und schleimig weißer Kot, die Darmschleimhaut löst sich auf und wird ausgeschieden. Nur ein Antibiotika kann den verlauf noch stoppen.

 

Die Erythrodermatitis zeigt sich durch Blutunterlaufene, glatte Geschwüre mit weißem Rand (vor allem bei Schuppenlosen Koi Arten). Eine Behandlung erfolgt durch ein Antibiotika oder mit Sulfonamid.

 

Bei der Fischtuberkulose zeigt sich der betroffene Fisch mit Hautgeschwüren (tiefe Löcher bis ins Muskelgewebe), einen aufgeblähten leib oder einer Kachexie (abgemagert). Bei eienem Verdacht auf Fischtuberkulose ist schnelles Handeln gefragt, um den restlichen Bestand zu schützen sollte der Fisch aus dem Becken entfernt werden, da sich die Bakterien rasant vermehren und ansteckend sind. Auch auf den Menschen ist diese Krankheit übertragbar, jedoch sorgt dies nur in offenen Wunden zu einem schlechten Heilungszustand.

 

Virusinfektionen

Im Frühjahr wenn die Wassertemperaturen langsam wieder ansteigen tritt oft die Frühjahrsvirämie auf, sie zeigt sich meist durch geschwollene Bäuche, blutenden Wunden und Geschwüren. Die Koi schwimmen nicht so agil wie sonst und reiben sich manchmal sogar am Teichboden. Wie bei der Erythrodermatitis ist auch die Frühjahrsvirämie eine Schwäche-Erkrankung der man aber mit Qualitätsfutter und einer Zugabe von Vitaminpräparaten im Frühjahr gut vorbeugen kann. Bei einem akuten Ausbruch haben sich spezielles Futter oder Futterzusätze mit dem Wirkstoff Nifurpirinol bewährt. Ziehen sie trotzdem einen Tierarzt zu rate!

 

Parasitenbefall

Die Karpfenlaus (Art:Krebs) Saugt sich am Koi fest und sticht mit ihren Mundwerkzeugen die Haut auf, dabei Injiziert ein Gift welches das umliegende Gewebe zersetzt und die Blutung anregt. Das Problem ist nicht unbedingt die Karpfenlaus sondern die Bakterien und Viren die sich dann ungehindert in der Wunde tummeln können und für Krankheiten sorgen.

 

Der Fischegel wird bis zu 5cm lang, hat einen dünnen/schlanken Körper mit je einem Saugnapf an Vorder-und Hinterseite. Durch das saugen von Blut wird der Koi stark geschwächt und wird anfällig für andere Erkrankungen durch Pilze, Bakterien und Viren. Zur Bekämpfung genügt ein kurzes Bad in einer wässrigen Kochsalzlösung.

Saugwürmer, Haut-und Kiemenwürmer machen dem Koi stark zu schaffen. Die Kiemenwürmer siedeln sich auf den Kiemen der Fische an, Spreizt man den Kiemendeckel etwas ab, erkennt man weiße Flecken, bei stärkerem befall können sogar ganze Kiemenblätter fehlen. Verdacht sollte man bei einer erhöhten Atemfrequenz und dem scheuern an den Teichwänden hegen.

Bei einer Fütterung mit Lebendfutter passiert es auch schnell mal das ein bandwurmbefall auftritt, dieser wird meist erst spät bemerkt, wenn der Leib auftreibt oder einzelne weiße Wurmfäden aus dem After heraushängen. Ein starkes abmagern der Koi wird beobachtet. Zur Behandlung haben sich mehrere Medikamente Bewährt, u.a. Droncit

 

 

Pilzinfektionen

 

Pilze können dem Koi in der Regel erst gefährlich werden, wenn die Schleimhaut verletzt ist und der Fisch geschwächt ist, dies passiert meist durch Stress, Mangelernährung, schlechten Wasserwerten u.v.m., der Schimmel dringt in die Schleimhaut ein und befällt bald auch das gesunde Gewebe. Dabei bildet er weißlich graue, watteartige Beläge. Offene Pilzbefallene Stellen können mit einer Jod- oder Kaliumpermanganatlösung behandelt werden, danach empfiehlt sich ein Bad mit Malachitgrün oder Kochsalz.